Mietwohnung: Aquarium und Fische

Mietwohnung und Aquarium

Immer wieder werde ich gefragt, ob es erlaubt ist, in der Mietwohnung oder einem angemieteten Haus einfach ohne Genehmigung des Vermieters ein Aquarium aufzustellen.

Die klare Antwort ist JA.
Man braucht keine Genehmigung des Vermieters für die Aufstellung eines Aquariums.
Zierfische gehören, wie Ziervögel und Kleintiere (Hamster, Rennmäuse ezc.) zu den Tieren, die man generell ohne die Erlaubnis des Vermieters halten darf. Eine entsprechende Verbotsregelung im Mietvertrag ist eine zu starke einseitige Einschränkung der üblichen Lebensgewohnheiten des Mieters und daher unwirksam.

Fische in der Mietwohnung

Fische in der Mietwohnung

Allerdings bezieht sich das hier Gesagte ausschließlich auf normale Aquarien innerhalb der gemieteten Räume, die von Bauart, Größe und Gewicht zu keiner Schädigung der Wohnung führen. Auch das Aufstellen eines Aquariums im Treppenhaus oder Gemeinschaftskeller ist durch diese Regel nicht abgedeckt.
In jedem Fall sollte man vor dem Aufstellen eines größeren Aquariums Informationen bezüglich der Deckenbelastbarkeit der Mietwohnung einholen. Becken bis 200 Liter gelten im Allgemeinen, sofern sie an einer Wand aufgestellt werden, als unproblematisch.

Auch wenn Sie mehrere Aquarien in der Wohnung aufstellen möchten, gehört dies noch zum vertragsgemäßen Gebrauch der Mietwohnung, nicht jedoch das Aufstellen einer ganzen Batterie von Zuchtaquarien. Daran denke viele nicht! Das Halten von Haustieren ist etwas anderes als das planmäßige Züchten.


Wie gesagt, grundsätzlich gehört die Haltung von Zierfischen zum vertragsgemäßen Gebrauch einer Mietwohnung. Bedenken Sie jedoch die Größe und das Gewicht des Beckens (Faustrregel: Liter = Kilogramm + 20%, bei einem 200 Liter-Becken kommt also fast eine Vierteltonne zusammen!)
In jedem Fall ist es zu empfehlen, den Vermieter über das Aquarium zu informieren, vor allem dann, wenn es größer als 100 Liter ist. Verbieten kann er es nicht, aber dann kann er wenigstens nicht hinterher mit Schwierigkeiten drohen.
Sollte das Frischwasser in dem betreffenden Wohnhaus nach Personen- oder Quadratmeterzahl abgerechnet werden, sollte man sich mit dem Vermieter und den anderen Mietern über doe Verteilung der Wasserkosten ins Benehmen setzen, vor allem dann wenn eine lang laufende Osmoseanlage eingesetzt werden soll, die doch einiges an Wasser verbrauchen kann. Der Wasserverbrauch ist aber auch recht leicht zu rechnen. Nehmen wir an, Sie wechseln wöchentlich 25% des Wassers im Rahmen des Wasserwechsels. Dann kommen bei einem 100-Liter-Becken 52 x 25 Liter = 1.300 Liter zusammen. Hinzu kommen 2-3 Komplettfüllungen, das macht also rd. 1.500 Liter aus. Das ist etwa so viel wie 7 Wannenbäder. So können Sie ganz gut argumentieren.
Denken Sie unbedingt auch an eine Aquarienversicherung! Viele Versicherungen zahlen keine Schäden an gemieteten Sachen, andere haben Aquarien extra ausgeschlossen. Sehen Sie nach, ob eine Ihrer Versicherungen auch solche Schäden deckt und schließen Sie ims Zweifelsfall eine solche Versicherung ab. Hier lohnt sich der Vergleich besonders und es lohnt auch der Besuch eines örtlichen Aquaristik-Vereins, denn die bieten oft günstige Sammelversicherungen für ihre Mitglieder.

Hier meine wertvollen Links zu diesem Thema:
Osmoseanlage vs Mietwohnung Aquarium.ch
Tiere in der Wohnung Bei Exoten den Vermieter fragen WEB.DE
Aquarium und Mietwohnung Zierfischliebhaber
Ich suche eine gute und günstige Aquariumversicherung
Haustiere im Mietrecht Wann Sie den Vermieter nicht fragen müssen
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