Großes oder kleines Aquarium

Die kleinsten im Handel angebotenen Aquarien haben gerade einmal 4,5 Liter Fassungsvermögen. Für einen ernsthaften Aquarianer sind sie ebenso untauglich wie das früher so beliebte runde Goldfischglas. Eine Sonderstellung bei den kleinen Aquarien nehmen die so genannten Biosphären-Kugeln ein, in denen ohne äußere Einwirkungsmöglichkeit kleine Garnelen gepflegt werden, sie zählen nach Meinung der meisten Aquarianer nicht zu den echten Aquarien.
Aber was ist denn nun die richtige Wahl? Ein großes oder ein kleines Becken?
Nun, die Grundregel lautet: So groß wie möglich!
Je größer ein Becken ist, und das wird jeder bestätigen, der das Aquaristik-Hobby betreibt, um so einfacher ist es zu pflegen. Die Wasserwerte lassen sich in einer größeren Wassermenge leichter stabil halten, weil äußere Einflüsse nicht so schnell Wirkung zeigen können. Außerdem hat man natürlich in einem größeren Becken wesentlich mehr Platz für Einrichtung, Pflanzen und Fische.
Umgerechnet auf den Liter Wasser ist auch die anzuschaffende Aquarientechnik im Endeffekt wesentlich günstiger als bei einem kleinen Becken.

Dennoch lassen sich auch mit kleineren Aquarien (unter 60 Liter würde ich aber niemals gehen!) schon recht schöne Erfahrungen sammeln und ansehnliche Erfolge bei der Haltung von Zierfischen erreichen. Das oberste Gebot lautet dann aber: Maß halten bei der Anschaffung von Fischen!
Ein zu dichter Fischbesatz bedeutet Stress für die Tiere und eine erhöhte Anfälligkeit für Krankheiten. Auch können bei weitem nicht so große (bzw. groß werdende) Tiere eingesetzt werden, wie in einem großen Becken.

Dafür hat man aber keine Probleme bei den Überlegungen hinsichtlich der Statik des Hauses. Denn man muss berücksichtigen, dass ein Aquarium ein enormes Gewicht hat. Jeder Liter Wasser wiegt ein Kilogramm und hinzu kommen Einrichtungsgegenstände, Kies, Steine und das Gewicht von Becken und Unterschrank selbst. Da kommen bei einem 100 Liter Becken schon schnell mal 120-150 Kilo zusammen. Ein 200 Liter Becken wiegt locker eine Vierteltonne!
Auch der Energiebedarf für Heizung, Wasseraufbereitung und Beleuchtung ist bei einem kleineren Becken unterm Strich deutlich günstiger.

Man sollte sich also anhand einer Checkliste klar machen, wie groß der vorhandene Platz ist, ob die Statik mitspielt, ob der Geldbeutel die jährlichen Folgekosten mitmacht und ob das Interesse an dem Hobby ausreicht, ein sehr großes Becken zu betreiben.
Meine Empfehlung lautet: Fangen Sie mit einem Becken zwischen 60 und 100 Litern an und lernen Sie das Hobby mit nicht zu vielen, einfach zu haltenden Tieren kennen.
Aufrüsten können Sie später immer noch und vieles der bisher angeschafften Technik weiter verwenden.