Bau einer 3-Becken-Aquarienanlage, Süßwasseraquarium, Salzwasser-Aquaristik, Aquarium

Aquaristik ist ein schönes Hobby und ich betreibe dieses Hobby jetzt schon an die 40 Jahre. Nach einigen Jahren Pause habe ich nun wieder vor, eine Aquarienanlage zu errichten. Warum sollte ich das nur für mich/uns tun und nicht die Interessierten da draußen im Web daran teilhaben lassen?

Die Becken

Los geht es mit den drei Becken. Es sind drei 50 cm-Würfel, jedes hat also 125 Liter.

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Noch ist der große, alte Hund neugierig, was mit dem vielen Glas wohl passieren mag.

Die Aquarienanlage soll im Eingangsbereich unseres Hauses an einer Zwischenwand aufgestellt werden, weil dort kein Parkettfußboden ist. Bei der anstehenden Eimerschlepperei, beim regelmäßigen Wasserwechsel und auch sonst bei der Aquaristik bleibt es ja nicht aus, daß auch mal mit Wasser gekleckert wird. Da ist ein Steinboden, den man wischen kann, schon besser.

Der Standort wurde auch deshalb gewählt, weil es dort nur eine Tür-Fensterkombination gibt, der Lichteinfall also kontrollierbar ist, das könnte später wegen der Algen usw. von Bedeutung sein. Desweiteren wird es dort im Sommer nicht zu heiß, sodaß man auch keine Probleme mit Überhitzung bekommt. Und zu guter Letzt liegt das Gäste-WC in unmittelbarer Nähe und man kann von vorne vor dem Haus einen Schlauch zum Befüllen ins Haus legen. Das sind klare Vorteile.

Die Becken habe ich gebraucht von einem Freund erstanden, dem sie im Weg waren. Sie sind sehr gut in Schuss, haben keine Macken und Risse und das Silikon ist unbeschädigt. Zwei Becken haben 8 mm Glasstärke, eins hat 6,4 mm Glasstärke, ein etwas unübliches Maß.

Drei Becken, das gibt mir die Möglichkeit, auch drei Themen darzustellen. Im späteren ganz linken Becken, das im Folgenden nur Becken 1 genannt wird, soll ein buntes Gesellschaftsaquarium mit den Wunschfischen meiner Frau und der Kinder entstehen. Da darf auch dann der Blubbertaucher und die blubbernde Schatztruhe hinein. Aquarienromantik der 50er Jahre also.
Auf diese Art Becken habe ich mich eingelassen, weil ich dann mit meinen anderen beiden Becken meine Ruhe habe. Die anderen Familienmitglieder können sich in Becken 1 austoben und ihre Wünsche umsetzen, während mir bei Becken 2 (Mitte) und Becken 3 (rechts) keiner reinreden kann.
Außerdem habe ich die Erfahrung gemacht, daß Du noch so ein tolles Arten- oder Themenbecken fahren kannst, die Besucher finden immer das schön bepflanzte Becken mit dem Taucher und der Schatzruhe und dem Totenkopf am schönsten.

Der Unterbau

Beim Unterbau habe ich mich für eine ganz simple Konstruktion aus Ytong-Steinen und Küchenarbeitsplatten entschieden.
Er soll zweckmäßig, stabil genug und optisch halbwegs ansprechend sein.
Los geht es mit dieser Stellprobe:

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Unten sieht man die Küchenarbeitsplatte, die genau 175 cm lang ist. Sie hätte auch 10 cm länger sein können und hätte dann mit dem Rahmen der Wohnzimmertür abgeschlossen, wie man sieht, aber das wollte ich nicht, da wäre der recht komfortable breite Durchgang zum Wohnzimmer zu sehr eingeengt worden.

Hier sieht man nur eine Stellprobe der Standart-Ytong-Steine, zur Ermittlung der genauen Höhe. Wichtig sind die dicken Längssteine. Die halben, also schmaleren Quersteine vorne dienen nur dazu, um den Abstand jetzt genau einzuhalten, hinten die Schmalen werden später durch dicke Steine ersetzt.
Drei Steine hochkant und einer quer, das hat sich als das optimale Maß erwiesen. Mit der Abdeckplatte ergibt das später eine Höhe von 75 cm.
Dieses Maß finde ich ideal, weil die Mitte der Aquarien sich dann genau in Augenhöhe eines sitzenden Betrachters befindet.

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Einen Schritt später sieht man die frisch verklebten Steine. Insgesamt wurden 15 Vollsteine verarbeitet und drei halbe Steine, die oben quer drauf geklebt wurden.
Die hintere Leiste, auf der auf dem Bild die Flasche mit dem Glaskleber steht, gehört zur Glastrennwand zum Wohnzimmer.
Bei dieser Konstruktion mit den quer aufgelegten halben Steinen ergibt sich bei den gemauerten Rückwänden oben ein Spalt von rund 5 cm. Das ist gerade genug, um Schläuche und Kabel unten in den Schrank leiten zu können.

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Im obigen Bild sieht man die aufgelegte Arbeitsplatte. Was man nicht erkennen kann: Zwischen der hinteren Kante der Arbeitsplatte und der Leiste mit der Glasreinigerflasche gibt es einen Spalt von 5 cm, eben wiederum für Schläuche und Kabel.

Die Konstruktion habe ich von einem Statiker anschauen lassen, der sie überzeugend stabil findet. Die Arbeitsplatte unten verteilt die Last ordentlich, sodaß es zu keiner Punktbelastung kommt. Die Steine selbst sind zwar nicht versetzt verbaut, das ging bei dieser symmetrischen Konstruktion nicht oder hätte viel Steinesägerei bedeutet. Aber es geht in erster Linie um die Druckbelastung von oben durch die schweren Becken und das fängt der gut verklebte Ytong sauber ab. Eine Querbelastung, etwa wenn jemand vor die Konstruktion läuft, wird dadurch abgefangen, daß die Rückwand aus ebenfalls dicken Ytongsteinen ja zwischen den Quersteinen sitzt, und zwar wiederum um 5 cm nach vorne versetzt, um wieder genug Luft für Schläuche und Kabel zu haben.
Die Arbeitsplatte liegt nur auf, die rauhen Steine und das Gewicht der Becken verhindern ein Verschieben absolut zuverlässig.

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Die Becken stehen auf 5 mm Polystyrol. Das soll einerseits isolieren und andererseits einen gewissen Ausgleich schaffen. Die gesamte Anlage steht aber so gut „im Wasser“, das sich die Blase in der Libelle der Wasserwaage an keiner einzigen Stelle von der Mitte wegbewegt.

Der Abstand der Becken zum Rand beträgt 7 cm, der Abstand zwischen den Becken rd. 8 cm. Man will ja auch mal mit dem Arm dazwischen greifen können. Auch hinten wurde ausreichend Platz gelassen.

Wie man sieht, habe ich auf diesem Foto schon begonnen, die Ytonsteine mit einer Tapete zu verkleiden. Ich habe so ein Schiefermauerwerk als Motiv gewählt.
Die Tapete hält auf den porösen Steinen nur sehr schlecht. Man braucht ordentlich Kleister. Alternativ könnte man auch alles vorher verputzen oder so.
Ich habe mich dazu entschieden, direkt auf den Ytong zu kleistern und erst mal in Kauf zu nehmen, daß, so wie links hinten sichtbar, die eine oder andere Ecke sich wieder löst. wenn alles getrocknet ist, klebt man die „schäbigen“ Stellen einfach nach, notfalls eben mit UHU.
Ich werde nur die sichtbaren Teile der Anlage so bekleben. Die Innenseiten des Unterbaus bleiben „natur“, sonst wird mir das da unten drin zu dunkel.
Später kommen sowieso Türen davor.

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So sieht das Ganze von der Seite aus. Wenn man genau hinsieht, erkennt man vorne rechts-hinten den 5 cm Metallwinkel, der mir als Abstandshalter diente. Der wurde dann später entfernt. Auch die häßlichen Schnittkanten der Arbeitsplatte bekommen noch eine kosmetische Behandlung.
Man sieht aber, wie schön die Schiefertapete am seitlichen Sockel aussieht.

Wichtig war mir, dass die untere Bodenplatte und die Abdeckplatte auch überall ein paar cm überstehen. Das soll so sein, damit beim Putzen, Staubsaugen, Laufen und Hantieren man immer nur gegen die Platte und nicht direkt gegen den Unterbau oder die Becken rempelt.

Die Einrichtung und Ausstattung

So wie auf dem folgenden Bild sieht also nun Becken 1 aus. Der schöne Pfannenwender kommt natürlich raus, er hat mir dazu gedient, den Kies etwas herumzuschaufeln. Aber wer weiß? Wenn die auf Taucher mit Blubbern stehen, vielleicht gefällt meinen übrigen Familienmitgliedern am Ende auch so ein Pfannenwender im Becken…

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Links sieht man den Ansaugstutzen eines einfachen Anhäge-Außenfilters, den ich nur für den Anfang zum Wasserklären genommen habe. Den Kies hatte ich zwar gründlich gewaschen, aber man weiß ja wie das ist, wenn man herumschaufelt, „staubt“ es unter Wasser doch noch ein wenig und da schafft so ein kleiner Schnellpumper rasch wieder klare Sicht.
Ein herkömmlicher Regelheizer mit so einem Kunststoff-Schutzkäfig dient hier als Heizung, gefiltert wird später zuerst über einen ganz normalen Außenfilter unterhalb des Beckens.

Die Rückwand ist eine so genannte 3D-Rückwand. Gekauft bei Ebay für 9,99 Euro. Sie sieht etwas offenporig aus, was bei der anderen vom gleichen Händler, die ich Euch gleich noch in Becken 3 zeigen werde, nicht so ist. Aber insgesamt gefällt sie mir sehr gut und ließ sich mit einem scharfen Küchenmesser besser schneiden als mit dem Cuttermesser.

Bodengrund liegt nur so drin, das wird alles noch schöner.

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Dieses Bild zeigt Becken 2, das mal ein Meerwasseraquarium werden soll. Da bin ich lange noch nicht so weit, das wird am längsten brauchen, bis es mal läuft.
Hier ist zunächst mal nur Wasser und der berühmte und sauteure „Bora-Bora-Sand“ eingefüllt. Würde ich nicht mehr kaufen, kostet pro Beutel (5 Liter) 33 Euro und macht auch nach x-maligem Auswaschen immer noch viel Dreck.
Sieht aber sehr gut aus und soll was Tolles sein, sagt mein Herr E. aus dem Zooladen.

Beim Becken 2 kommt keine Panorama- oder 3D-Rückwand rein. Oder vielleicht doch? Ich habe noch keine gesehen, die mir marin genug vorkommt. Vielleicht tut es eine schlichte Fotorückwand von außen, mal sehen.
Als Nächstes wird das Wasser erstmal aufgesalzt und dann kommen „lebende Steine“ zum Impfen rein und dann heißt es warten, bis die Wasserwerte sich einpendeln. Immer Stück für Stück.

In dieses Becken kommt auch ein 150 Watt-Stabheizer. Als Filter und Abschäumer kommt diese Turbo-Flotor von Aqua-Medic zum Einsatz, der auf dem nächsten Bild zu sehen ist:

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Den Flotor habe ich gebraucht bei Ebay für 50 Euro „geschossen“, Kostenersparnis also rund 50%.
Man sieht, daß er gebraucht war, trotzdem ist er 1a in Ordnung. An einem früheren Salzwasserbecken hatte ich ebenso einen im Einsatz und war hoch zufrieden.
Der Verkäufer hat mir freundlicherweise noch einen Scheibenmagnet dazu geschenkt und mir, was ich noch nie erlebt habe, von vornherein rd. 7 Euro am Preis nachgelassen. Ich kann es mir nur so vorstellen, daß er 50 Euro für genug hielt und als mein Gebot mit 57 Euro gewann, schrieb er mir, 50 Euro seien genug.
Schöner Zug, netter Verkäufer!

Also Becken 2 braucht noch ‚ne Weile.

Kommen wir zu Becken 3:

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Auch in Becken 3 habe ich, wie ich schon angedeutet habe, eine solche 3D-Rückwand aus Polystyrol.
Auch für 9,99 von Ebay.
Diese ist etwas glatter und schöner als die andere, finde ich, unterscheidet sich aber mit ihrem Braun sehr schön von der Grauen in Becken 1.
Den Stein habe ich aus einem alten Axolotl-Becken und die kaputte griechisch-römische Säule aus dem Garten. Der Frost hatte sie gesprengt.
Auch hier üblicher Kies als Bodengrund, muss alles noch schön gemacht werden.
Wie man sieht, ist hier der Außenfilter schon installiert.
An diesem Becken möchte ich diese Außenheizung hier installieren:

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Diese Heizung wird in den Zuwasserschauch des Filters zwischengebaut und somit hat man keinen Heizer im Becken hängen.
Da ich die grünen Ab- und Zulaufrohre später noch gegen selbstgebogene „Lily Pipes“ aus Acryl ersetzen will, die dann transparent sind, sieht man in Becken 3 von der Technik dann so gut wie nichts.

Jedoch:

Als kleine Enttäuschung entpuppte sich die Außenaquarienheizung von WWW.TOP-MESSTECHNIK.COM.
Die Heizung sollte Becken 3 wärmen und soll im Zulauf zum Aquarium eingebaut werden. Dadurch, daß sie außen im Schlauch sitzt und nicht im Becken ergibt sich der Vorteil, daß im Becken selbst keine Heizung zu sehen wäre. Früher bei anderen Aquarienprojekten hatte ich das mal mit der berühmten „Florida-Therme“ ähnlich gelöst, nur saß da der recht herkömmliche Heizstab in einer Art Filtertopf.

Nebenbei bemerkt ging die Florida-Therme auch nicht sofort kaputt, wenn die Pumpenanlage mal abgeschaltet wurde. Sie war ja in ihrem Topf von ausreichend Wasser umgeben. Wie das bei diesem Teil hier aus fernöstlicher Fertigung ist, weiß ich noch nicht. Schlecht wäre es, wenn es bei einem Filterstillstand munter weiterheizen und durchbrennen würde.

Leider ließ sich die neue Außenheizung nicht dicht bekommen. Aus beiden Anschlüssen, lief kräftig Wasser heraus, ohne daß die Pumpe überhaupt in Betrieb gewesen wäre, einfach der Staudruck in den Schläuchen reichte für das Spritzen des Wassers aus. Da man das auf einem Foto nicht gut sehen würde, habe ich es in einem Filmchen festgehalten:

Der kontaktierte Support der Lieferfirma fragte zuerst nach, ob evtl. eine Dichtung fehle. Meine Frage zurück lautete: „Welche Dichtung? Da sind keine Dichtungen dabei.“

Nachdem die Firma dieses Filmchen da oben gesehen hat, schrieben sie: „Eine neue Heizung wird Ihnen zugeschickt.“
Also, ich bin gespannt.

So, noch ein Blick hinter die Becken:

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Man sieht nicht viel, ich will nur zeigen, wie das mit den rd. 5 cm Abstand ist und wie die Schläuche und Leitungen von oben nach unten in den Unterbau kommen.
Von vorne sieht die Anlage nach einer Woche genau so aus:

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Hier sieht man auch den Kanisterfilter im rechten Abteil des Unterbaus. Er ist für Becken 3 zuständig und etwas überdimensioniert. Auch ihn habe ich für gute 35 Euro neu bei Ebay gekauft. Bei ihm gefällt mir, daß ich die Einheit mit den Schläuchen separat abnehmen kann und diese dann dicht ist. Nur zwei, drei Tropfen und ich kann den Filterbehälter wegnehmen und reinigen etc.
Das Anlaufen des Filters erfolgt selbsttätig, man muss nirgendwo mehr saugen. Das ist ein Fortschritt und das finde ich gut.
Wie die Qualität dieses Chinaproduktes ist, wird sich weisen.

Der Filter kommt noch weiter nach hinten und mehr in die Ecke, dann ist neben ihm noch Platz für Eimer und so.
Für Becken 1 nehme ich einen etwas kleines Filter, da soll Platz für meine „Postkisten“ sein. Die sind ja für die Aquaristik super geeignet. Auch als Auffangwanne etc. zu gebrauchen. Mal den freundlichen Paketboten fragen, der hat sowas der weiß, wo es so etwas gibt.

Was kommt als Nächstes?
Abschlussleisten an den Arbeitsplatten, Türen vor dem Unterbau, zwei Regalböden im Unterbau. Stärkere Stromleitung. Und natürlich der Oberbau!
Das wird noch ein eigenes umfangreiches Kapitel, das ich auch wieder mit dem Fotoapparat begleiten werde.