Bau einer 3-Becken-Aquarienanlage, Süßwasseraquarium, Salzwasser-Aquaristik, Aquarium -3-

Heizung und Isolierung

Langsam macht die Aquarienanlage Fortschritte. In allen drei Aquarien ist inzwischen Wasser. Alle Becken haben Filter, Heizung und Beleuchtung.
Die Süßwasserbecken 1 und 3 haben ja Panorama-Rückwände bekommen, die innen angebracht sind, das Salzwasserbecken 2 hat eine Fotorückwand aus Kunststoff-Folie bekommen, die außen auf der Rückwand aufgebracht ist. Ich habe immer noch keine 3D-Rückwand aus Polystyrol o.ä. gefunden, die mir genug nach Meer aussieht.
Es mag so etwas geben, aber ich bin nicht bereit für so etwas über 50 Euro auszugeben. Das Normalmaß bei ebay liegt da um 99 Euro und ein ganz wahnwitziger Händler bietet so etwas auch für satte 599 Euro an. Da muss es dann vorläufig eben die mit einem blauen Unterwasserfoto bedruckte Folie tun.
Sie soll ja in erster Linie verhindern, dass man durch das Becken hindurch auf die dahinter befindliche Technik schauen kann.

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Ich habe es geschafft, sehr sparsame Filter einzusetzen. Der dicke Topffilter unter Becken 3 ist hier mit 20 Watt der größte Brocken, Becken 1 und 2 kommen unter 10 Watt weg. Auch die Beleuchtung ist mit 24 Watt äußerst sparsam, hier habe ich das meiste Einsparpotential gehabt und genutzt. Selbst wenn ich noch weitere drei LED-Leisten zuschalten würde, käme die gesamte Beleuchtung nur auf 36 Watt, das ist sehr wenig.

Am meisten jedoch verbrauchen die drei Heizungen mit je 150 Watt. Man könnte hier auch 100 Watt-Regelheizstäbe nehmen, aber das würde meiner Meinung nach keine Kostenersparnis bringen. Die 100-Watt-Stäbe würden nur häufiger anspringen oder andersherum gesagt: Ein etwas größer dimensionierter Heizstab springt eben nicht so oft an. Manche alte Hasen sagen sogar, dass größere Stäbe länger leben, weil sie eben nicht so oft schalten müssen.

Ich habe es aber in über 40 Jahren Aquarianerleben noch nie erlebt, dass ein Heizungsstab durch Alterung kaputt gegangen ist. Theoretisch könnte ich noch die von früher nutzen, manche haben 20 Jahre und mehr auf dem Buckel. Ah, doch! Einmal ist mir einer in einer Kiste zerbrochen und einmal hat sich die früher so beliebte grüne Gummikappe oben aufgelöst, aber das waren die einzigen beiden Ausnahmen.

Man könnte statt der Heizstäbe auch Heizkabel oder Heizmatten verwenden oder einen Thermofilter mit eingebauter Heizung oder eine Außenheizung im Schlauch.
Nun empfehlen die einen Bodenheizungen als Allheilmittel und schreiben von besserem Pflanzenwuchs und besserer Bodendurchflutung etc.
Andere raten davon ab und sagen, Pflanzen lieben gar keine „heißen Füße“.
Ich selbst hatte schon in vielen Becken solche Heizkabel als Grundheizung und einen kleinen Heizstab als Steuerheizung.
Letztlich haben sich die im Boden versenkten Heizkabel aber immer als störend erwiesen.

Heizmatten unter dem Aquarium haben erfahrungsgemäß einen schlechten Wirkungsgrad. Glas ist ein schlechter Wärmeleiter und so müssen diese Matten ganz ordentlich „Dampf machen“, um überhaupt Wärme ins Becken zu bringen. Außerdem: Geht so eine Matte mal kaputt, steht das komplette, gefüllte Becken darauf und man bekommt sie nicht weg oder ausgetauscht, ohne das Becken zu entleeren. Meist bleiben sie dann kaputt an Ort und Stelle und der Aquarianer greift wieder zum Heizstab.

Die Außenheizung im Schlauch wird noch getestet. Mit 300 Watt brummt sie aber ganz ordentlich, hier muss ich erst noch vergleichende Verbrauchswerte ermitteln.
Ich sage es Ihnen dann, liebe Leser.

Heizungen im Filter? Das ist für mich so, wie eine Stereo-Kompaktanlage. Geht eine der Komponenten kaputt… Nee, das gefällt mir nicht so.

Also bleibt es erst einmal bei den Heizstäben mit einem Gesamt-Nominalverbrauch von 450 Watt. Ein dicker Brocken!

Doch wie kann man hier Strom sparen?

Ganz einfach: Man isoliert die Becken!

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Das Bild zeigt eine 2 cm dicke Styrodur-Platte. Styrodur ist ein Polystyrol-Schaum, ähnlich wie Styropor, nur fester und mit kleineren Zellen. Er lässt sich sauberer schneiden und isoliert besser, dafür ist er etwas teurer als das krümelige Styropor. Für unsere Zwecke würde Styropor aber durchaus auch reichen.

Die linke Seite der Anlage steht zum einzigen Fenster im Raum und ausgerechnet von dort kommt mehrere Stunden pralle Sonne. Damit mir das Becken nicht in Windeseile veralgt, denn Algen lieben Sonnenlicht und damit es im Sommer nicht zu heiß wird, muss da sowieso abgeschattet werden. Die Arbeitsplatte wurde von ihrer Breite extra so viel zu breit gewählt, daß sowohl diese Dämmung, als auch noch das Seitenteil des späteren Überbaus Platz haben, wie man sieht.
Solche Isoplatten in der Größe 50 x 50 cm habe ich selbst aus größeren Bauplatten geschnitten. Benötigt werden 3 große Platten zu je 3 Euro, daraus kann man die 6 benötigten Platten schneiden, um alle drei Becken jeweils links und rechts dämmen zu können.
Die Rückwände habe ich nicht gedämmt, da zumindest in den Becken 1 und 3 sowieso Polystyrolschaum als Rückwand eingebracht wurde.
Nur die beiden Dämmplatten ganz links und ganz rechts außen habe ich mit einem Tropfen Silikon angeklebt, die übrigen Platten zwischen den Becken werden einfach nur mit Schnittabfall vom Styrodur verkeilt.

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So wahnsinnig genau muss man da nicht arbeiten, ein Zentimeter nicht isolierte Scheibe macht da nichts. Ich habe z.B. seitlich auf den Aquarien so genannte Digitalthermometer aufgeklebt und diesen Teil einfach ausgespart.

Jetzt geht es daran, die Wärmeableitung über die Verdunstung oben am Becken zu verhindern.
Hier geht nämlich die meiste Wärme verloren.
Und eins ist ja klar: Wärme die im Becken bleibt und nicht durch die Scheiben oder die Wasseroberfläche „verschwindet“, ist gesparte Wärme, gesparter Heizungsstrom und somit bares Geld!

Noch ein Nebeneffekt: Wenn man die Becken dermaßen gut einpackt, kann man (eventuell abgesehen von sehr kalten Tagen) nachts die Heizung abschalten! Ich probiere das bei Becken 1 schon mehrere Tage und stelle fest, daß es bei zehnstündiger Nachtabschaltung nur 1 Grad bis 1,5 Grad an Temperatur verliert.
Das ist aber genau der richtige Wert, den Fische und Pflanzen laut Literatur lieben.

Wenn ich mehr gemessen habe, werde ich auch etwas dazu sagen können, ob sich das in der Heizungsbilanz niederschlägt, denn am Morgen braucht der Heizstab dann natürlich meiner Meinung nach mehr Energie, um das Wasser wieder auf die Tagestemperatur zu bringen.