Bau einer 3-Becken-Aquarienanlage, Süßwasseraquarium, Salzwasser-Aquaristik, Aquarium -10-

Mittlerweile sind hier also vier Becken in Betrieb. Es sind dies ja Becken 1 mit erstmal nur wenigen Fischen (5 Leo-Welse, 2 Guppys, 1 Ancystrus-Wels und zwei kleine Plecostomus), das Becken 2 mit Salzwasser und derzeit nur einer einsamen Grundel als Pionier, sowie das schon am weitesten fortgeschrittene Becken 3 mit einem schönen Schwarm Roter Neon, einigen Guppypärchen, ein paar Wagtail-Platys und diversen Welsen.
Das vierte Becken hatte ich ja schon in Bildern gezeigt, es sollte als Quarantänebecken dienen.

Doch manchmal kommt es anders.

In Facebook hatte ich es schon kurz gepostet, will es aber noch einmal ausführlicher erzählen.
Die Filter sind ja nun alle seit einigen Wochen in Betrieb und ich bin ja ein Verfechter von recht langen Filterstandzeiten. Dennoch wollte ich den großen „Jenbao“-Filter unter Becken 3 mal aufmachen und reinigen, um ein Gefühl dafür zu bekommen, wie gut er arbeitet und ob meine anvisierten 3 Monate Standzeit realistisch sind.
Nach der Entnahme der Filtereinsätze sah ich dann unten im Setzwasser eine Bewegung.
Bei näherem Beleuchten mit der Taschenlampe sah ich dann einen kleinen Platy, dann noch einen, beide schon recht gut entwickelt, so an die 3-4 mm lang und dann fand ich auch noch zwei ordentlich große Guppy-Babys von rd. einem halben Zentimeter Länge.
Die hat die Pumpe wohl mit eingesaugt und wie durch ein Wunder, so kommt mir diese kleine freudige Überraschung vor, haben die Kerlchen da unten im dunklen Filter und in der starken Filterströmung überlebt.
Die Guppys waren absolut durchsichtig, hatten aufgrund der Dunkelheit überhauot kein bißchen Farbe. Man muss sich vorstellen, daß die kleinen Kerlchen noch nie in ihrem Leben Licht gesehen haben; nachts geboren und gleich flutsch und weg.

Schnell mit dem Netz die vier Burschen gefangen und ins Quarantänebecken gesetzt.
Beim Entleeren des Setzwassers aus dem Filter war ich dann so klug und habe es durch ein Netz ausgegossen und siehe da: noch zwei wesentlich kleinere Guppys, gerade höchstens mal ein, zwei Tage alt, fingen sich im Netz.
Gesamtausbeute der Reattungsaktion: 6 Jungfische!

Und ich habe den Eindruck, daß die allesamt regelrecht glücklich sind, sofern man das von Fischen behaupten kann, daß sie jetzt im 25 Liter-Becken bei Beleuchtung, gutem Futter und mit etwas Grün frei schwimmen dürfen. Was muss das für eine Hölle sein, in so einem Filter? Ständig umhergewirbelt von der doch recht starken Strömung, immer im Dreck und das bei völliger Dunkelheit!
Wer weiß, wie viele das mal waren… Immerhin: Das dürften hier die Stärksten, die Lebenstüchtigsten sein, denke ich mal.

Im Becken 3 habe ich ja auch noch 5 Platy-Junge, die nur das Javamoos als Schutz und Versteck haben. Auch hier denke ich, daß das die geschicktesten und flinksten Schwimmer sind, wenn sie es seit Wochen schaffen, ihren gefräßigen Onkels und Tanten auszubüchsen. Inzwischen schwimmen sie frei und sind auch zu groß, um gefressen zu werden. Das heißt: Einer von den Fünfen muss aus einem anderen „Wurf“ stammen, er ist wesentlich winziger. Aber auch er hat es überlebt, mit dreißig gefräßigen Neons in einem Becken zu sein.

Abgänge? Ja, auch die gab es, gleich am ersten Tag nach dem Einsetzen ist ein Guppy-Weibchen eingegangen, das hat mich nicht gewurmt oder gewundert, das ist oft nach dem Transport so. Gestern Nacht ist noch ein Guppy-Weibchen verschieden, sie war von Anfang an etwas krumm im Rücken und nur ein Faden im Wasser, der hat man es also schon von Anfang an angesehen, daß das ein Kümmerling ist, aus dem nichts wird.
Na ja, das gehört halt auch dazu.

Aber ansonsten: Keine Krankheiten! Wie schnell hatte ich früher immer die Pünktchenkrankheit im Becken oder diese weißen Pilze auf der Haut der Fische. Dieses Mal ist in allen Becken gar nichts. Es scheint sich ausgezahlt zu haben, daß ich das Wasser lange habe einfahren lassen und daß ich Filter-Starterbakterien eingesetzt habe. Das billige „Aqua-Safe“-Ersatzzeug von DEHNER tut was es soll. Es ist nach meinem Dafürhalten genau so gut wie das echte „Aqua-Safe“.

Algen? Absolute Fehlanzeige! Keine grünen Fadenalgen, überhaupt keine Algen. Die LED-Beleuchtung ist super. Die Pflanzen wachsen super, aber die Algen bleiben weg. Ich probiere es im Moment mit der Methode, mittags die Lamopen für knapp 2 Stunden auszulassen. Den Fischen schadet es nachweislich nicht und es soll ja angeblich gegen Algen helfen. Ob das so ist? Jedenfalls habe ich keine. Allenfalls in Becken 1 kann man auf der grauen Rückwand so einen ganz leichten grünen Hauch erahnen, der aber von den Welsen immer schön weggelutscht wird.

Im Salzwasser gab es drei, vier Tage lang eine rote Alge, die sich wie ein Hauch über alles gelegt hatte. Da habe ich eine Grundel und Einsiedler eingesetzt, die die Alge am Boden permanent gestört haben und nach vier, höchstens fünf Tagen war der rote Schimmer auch schon wieder verschwunden.

Also im Moment läuft alles prima, mal sehen ob ich morgen ins Zoogeschäft schaffe. So ein paar Fische könnten jetzt in das Meerwasserbecken einziehen.